Haus der Freiwilligen

 

Holzmengen

Mitte des 14. Jahrhunderts wurde das kleine Dorf Holzmengen (Hosman/Holcmány) aus dem Kreis Sibiu von kolonisierenden Siebenbürger Sachsen im Harbachtal gegründet. Es liegt mitten in Transsilvanien/Rumänien und ist circa 20 km von der nordöstlichen Kleinstadt Hermannstadt entfernt, idyllisch gelegen an den transsilvanischen Alpen.

Das Projekt „Eramsus+“ sponsert den teilnehmenden Ländern Deutschland, Österreich, Slowenien und Rumänien die gesamten anfallenden Kosten, wie zum Beispiel die Materialkosten, Reisekosten und die Verpflegung. Allgemein startete es im Oktober 2018 und wird im September 2020 enden.

 

22./23. Juni 2019:

Abfahrt 7 Uhr.
Früh aber munter und voller Vorfreude trafen wir uns an der Heinrich-Wieland-Schule.
Das Gepäck wurde knapp verstaut und ab ging die Fahrt.
Zuerst fuhren wir mit zwei Autos nach Pinkafeld (Österreich). Dort hatten wir eine Stunde Pause um im Restaurant etwas zu essen.
Weiter ging die Fahrt über die unwetterreiche Nacht hindurch mit einem kleinen Bus nach Holzmengen.
Völlig geschafft kamen wir um 6 Uhr morgens mit einer Stunde Zeitverschiebung an.

Nach dem Frühstück teilten wir unsere Zimmer auf und bekamen danach eine Führung durch die Burg.
Mittags besichtigten wir die wunderschöne Stadt Sibiu und hatten anschließend 4 Stunden Freizeit.
Zum Abend hin machten wir ein Lagerfeuer und grillten leckeres Fleisch und Gemüse.

24. Juni 2019:

Geweckt wurden wir durch den Weckruf um 6 Uhr.
Nach den ausgewogenen Frühstück sammelten wir alle Werkzeuge zusammen und gingen zu der Baustelle.
Als erstes machten wir Bilder um ein vorher nachher Ergebnis zu dokumentieren, danach bekamen wir eine Einführung in die Unfallverhütungsvorschriften und dann wurde ordentlich gearbeitet.
Dabei haben wir die Holzböden aufgerissen, die Türen herausgehoben und einige Markierungen für die nächsten Tage an den Wänden gemacht.



Total verschwitzt bekamen wir aber ein total leckeres Mittagessen von der Haushälterin Maria und ihrer Tochter gekocht. Wie jeden Tag eine vegetarische Suppe, ein Hauptgang und Nachtisch. Heute war es Nudelsuppe, Gulasch und Kuchen.
Nachmittags führen einige Schüler der ersten Arbeiterschicht, die ihren Nachmittag frei nutzen konnten wieder in die Stadt Sibiu/Hermannstadt, einige schliefen.
Am Abend gab‘s bei den Jugendlichen besonders gute Laune, da die Rumänern „mici“ (Ausprache: Mitsch) gemacht haben, die übersetzt cevapcici heißen.

25. Juni 2019:

Bei dem heißen Wetter am Vormittag/Mittag gab es Nudelsuppe als Vorspeise, KusKus mit Hähnchenschlegel als Hauptgang und zum Nachtisch verschiedene Eissorten zu essen.
Auf der Baustelle haben wir nach dem Mittagessen bei tiefstem Gewitter und Regen die Überlager der Türen gebaut, die Ziegel in das Haus verlagert und die Türen durchgebrochen. Außerdem wurden einige Kabel verlegt und ein Wasserhahn angebracht.



Am Abend saßen wir noch entspannt mit den Lehrern nach dem Abendessen, bei dem es Sauerkraut gab, zusammen und tranken noch einen selbst gebrannten Schnaps von Maria.

26. Juni 2019:

Der Tag begann mit dem Ausräumen des Busses, da dort unsere gesamten Werkzeuge über Nacht drin waren. Das Arbeitsklima war heute auf der Baustelle besonders gut, da die Zusammenarbeit der verschiedenen Ländern sehr gut klappte und erste Freundschaften geknüpft wurden.
Besonders überrascht wurden wir von Maria, die uns auf die Baustelle belegte Brote brachte. Weiter ging es mit der Verlegung von Rohren.



Am Nachmittag sind wir in das wunderschöne und moderne Schwimmbad gegangen und haben uns erfrischt.

Am Abend saßen wir wieder zusammen und hatten einigen Spaß.

27. Juni 2019:

Heute war die andere Arbeiterschicht im Freibad und genoss das Wetter.
Wir drei Mädels der GMT Klasse, installierten die Computer nach einem Gespräch und schrieben weiter an unserem digitalen Wörterbuch und bereiteten eine Präsentation vor um diese beispielsweise in Schaufenstern auszustellen.




Zum Abend essen gab es leckeres Spaghetti Bolognese. Nachdem saßen die meisten Schüler miteinander, da es für die slowenischen Schüler und für einen österreichischen Schüler morgen in der Früh schon nach Hause geht.

28. Juni 2019:

Heute haben wir auf der Baustelle alle zusammen gearbeitet, weil einige Schüler sowie Lehrer bereits heute morgen nach Hause gefahren sind. Trotzdem war das Arbeitsklima sehr angenehm.




Da es unser letzter Abend in Holzmengen/Holcmány ist, kam Franzi, eine junge Dame, die schon seit mehreren Jahren das Projekt unterstützt. Außerdem gab es heute zum Abendessen Kartoffelbrei mit Hähnchenkeulen. Den Abend haben wir Jugendlichen in den Hängematten ausklingen lassen.

29. Juni 2019:

Heute durften wir endlich mal ausschlafen, denn wir wurden zum ersten mal nicht mit einer Kuhglocke geweckt, so wie es sonst die ganze Woche gemacht wurde. Zum Mittagessen gab es paniertes Schweineschnitzel mit überbackenen Kartoffeln und zum Nachtisch Grapfen. Danach räumten wir unsere Zimmer und das Werkzeug auf und beluden den Bus, um pünktlich um 14 Uhr Hosman (Holzmengen) zu verlassen. Ziel des nächstrn Haltes war Timisoar. Das Besondere an der wunderschönen Stadt ist die gespaltene Innenstadt. Auf dem Hauptplatz ist ein starker Unterschied zwischen den schönen Gebäuden der Adeligen und den nicht verzierten Häusern der Arbeitergesellschaft zu erkennen. Weiter ging es mit guter Laune nach einem 4 stündigem Aufenthalt nach Pinkafeld (Österreich) und von dort aus weiter nach Hause.

Zweite Mobilität vom 12. bis 20. Oktober 2019

House of European Volunteers

Tag 0: Anreise

Treffpunkt in Karlsruhe war um 7.45 Uhr am Bahngleis 7. Unser Zug nach München ging um 8.01 Uhr und wir waren zum Glück alle pünktlich da. Wir kamen früher in München an, sodass wir die frühere Anschlussbahn nehmen konnten und somit 4 Stunden Zeit in Wien hatten. Uns wurde eine Route zusammengestellt, die wir ablaufen konnten, und somit die Möglichkeit hatten die schönsten Sehenswürdigkeiten zu sehen. Es war Kaiserwetter und wir haben den Rundgang sehr genossen. Nach unserem Spaziergang trafen wir uns wieder am Bahnhof, wo wir alle zusammen Wiener Schnitzel aßen.

Belvederepark in Wien

 

Nach dem leckeren Abendessen ging es dann ab in den Schlafzug nach Rumänien, Mediasch, in diesem wir dann die Nacht verbrachten.

Ankunft am Bahnhof Mediasch

In Mediasch angekommen, waren wir alle hungrig, frühstückten in einem Café im Zentrum der Stadt und spazierten im Anschluss noch ein wenig umher, bis es so weit war zur Kirchburg in Holzmenge zu fahren, wo wir die Woche dann auch verbringen und schlafen werden.

Margarethenkirche Mediasch

 

 

Busfahrt nach Holzmengen

 

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Gegend erkunden, miteinander am Lagerfeuer reden und kennenlernen.

 

Tag 1: Erster Arbeitseinsatz

Unser erster Tag bei der Arbeit startete recht früh, jedoch später als die nächsten Tage. Morgens gab es Frühstück von Maria und dann ging es auch schon ab auf die Baustelle. Zuerst versammelten wir uns in dem zu sanierenden Haus und schauten uns den bisherigen Fortschritt und die zu erledigende Arbeit an. 

 

Baustellenbesprechung

 

Kurz später, mit passender Bekleidung, ging es dann auch schon an die Arbeit. Maße wurden gesetzt und Balken, die später benötigt werden wurden ins Haus getragen. Sowie unnötiger Müll der beim Verputzen entstanden ist wurde entfernt.

Materialanlieferung

 

Maße mit dem Kreuzlinienlaser setzen

 

Um 14.00 Uhr wurden alle zum Mittagessen gerufen, das ebenfalls von unserer Köchin und Hauswirtin Maria zubereitet wurde. Nach dem Essen erlaubten wir uns noch eine kurze Pause und setzten uns in die Sonne, solange das Wetter noch erlaubte.

Sonne tanken am Lagerfeuerplatz

 

Nach dem Sonnetanken ging es dann auch schon schnell weiter, da andere Materialien besorgt und geliefert wurden, die dann ebenfalls von unseren starken Jungs und Frauen ins Haus gebracht werden mussten.

Materialanlieferung

 

Tag 2: Ausflug nach Sibiu und zweiter Arbeitstag

Der zweite Tag startete super, warmes Frühstück und gute Laune mit den Schülern der anderen Länder. Da wir in die Spätschicht eingeteilt wurden, und somit den Vormittag frei hatten, entschieden wir uns eine Städtetour durch Hermannstadt zu machen. Um 9.00 Uhr ging die Reise los. Dort angekommen schlenderten wir erst einmal durch die Fußgängerzone der Innenstadt. Die Bedingungen waren perfekt um die Stadt zu erkunden. Blauer Himmel und warmer Sonnenschein. Nach einer kurzen Stärkung mit typisch rumänischen Spezialitäten machten wir uns auf und besuchten zuerst die Evangelische Stadtkirche von Sibiu. Die vier Türme an der Ecke des Daches, sind ein Zeichen dafür, dass die Stadt früher das Recht hatte zu verurteilen. Der Bischofssitz wurde im Jahr 1371 erbaut und 1520 fertiggestellt.

Evangelische Kathedrale Sibiu

 

Als nächstes ging die Reise weiter zur bekannten Brücke der Lügen. Man sagt zum Beispiel, dass diese Brücke vor allem von jungen Liebenden, die ewige Liebe geschworen haben überschritten wurde. Mädchen haben auch geschworen, dass sie Jungfrauen sind, aber nach der Hochzeitsnacht haben die Männer festgestellt, dass sie tatsächlich gelogen haben. Als Strafe wurden die Mädchen von der Brücke geworfen. Eine andere Legende besagt, dass, wenn jemand eine Lüge während dem Überqueren der Brücke erzählt, diese zu beben anfängt, bis sie den Lügner auf den Boden wirft. Die
Brücke überquert, ging es dann noch eine Weile zum Shoppen, bis wir zum Mittagessen auch schon wieder nach Holzmengen zurückkamen.

Lügenbrücke

 

Nach dem Essen erwarteten uns schon die nächsten, spannenden Aufgaben. Wir teilten uns in zwei Teams. Die erste Gruppe ging zur Baustelle und grub die Außenfassade des Hauses frei, da durch Hanglage das Wasser ungehindert an die Wand gelangen konnte.

Arbeiten an der Außenfassade

 

Das zweite Team hatte die große Herausforderung angenommen die mechanische Uhr der Kirchburg zu untersuchen, um sie später eventuell zu automatisieren. Ohne Pläne und Hintergrundwissen war das erstmal gar nicht so einfach. Ein Plan musste her. Zuerst mussten wir herausfinden wie diese funktioniert. Schritt für Schritt tasteten wir uns heran und entdeckten durch Probieren die verschiedenen Mechanismen des Uhrwerks.

Abends trafen wir uns alle wieder beim Abendessen und besprachen dabei die Fortschritte des Tages und die weiteren Aufgaben der nächsten Tage.

Das Uhrwerk der Kirchburg Holzmengen

 

Tag 3: Dritte Arbeitstag und großes Lagerfeuer

Der vierte Tag brachte mit dem Geburtstag eines mitreisenden Lehrers einige Besonderheiten mit sich. Wir Schüler entschieden uns die Lehrer zu überraschen und schon vor dem Weckruf wach zu sein, um ein schönes Geburstagsständchen zu singen.

Nach dem gemeinsamen Frühstück und gut gestärkt, wurden die Gruppen eingeteilt und die ersten Schüler bewegten sich langsam Richtung Baustelle. Dort gab es eine kurze Teambesprechung und die Aufteilung der anzugehenden Arbeit. 

Teambesprechung 

Der Tag war davor bestimmt, die ersten Fliesen in den Waschräumen anzupassen und zu kleben und sich um die Unterkonstruktion der neuen Fußbodendielen zu kümmern.

Fliesen anpassen

 

Letzteres begann damit, den nötigen Sand und Steine, welche zur Verdichtung des nivellierten Konstruktionsholzes benötigt wird, auf die Baustelle zu befördern. Schweißtreibend, aber dennoch mit gemeinsamen anpacken, bald geschafft, sodass die Arbeiten schnell weitergingen konnten. Der Sand und die Steine wurde in die bereits ausgerichteten Holzbalken getan.

Arbeiten am Holzboden

 

Neben den Arbeiten an dem Freiwilligen Haus wurde auch an der Uhrmechanik im Kirchturm weitergearbeitet. Maße wurden genommen und viele Bilder geschossen, notwendig um eine Projekt-Dokumentation in Gang zu bringen.

Auch die Arbeiten an der Außenfassade wurden weitergeführt und fertiggestellt, so dass die Wand jetzt freigelegt ist und das Wasser besser abfließen kann.

Fertigstellung der Ausgrabungen der Fassade

 

Tag 4: Letzter gemeinsamer Arbeitstag

Der vierte Tag und für manche Schüler auch der letzte Arbeitstag begann um 6.30 Uhr. Nach dem letzten gemeinsamen Frühstück mit den slowenischen und österreichischen Schülern begaben sich alle zusammen auf die Baustelle. Die Aufgaben für den Tag bestanden hauptsächlich darin, die restlichen Fliesen zu verlegen und die Regenrinne zu montieren.

Fliesen verlegen

 

Die Regenrinne war vor allem wichtig, damit der Graben, den die Schüler am Vortag gegraben hatten um die Wand vor Feuchtigkeit zu bewahren nicht wieder mit Wasser vollläuft.

Regenrinne montieren

Auch Büroarbeit stand auf dem Plan. Es musste eine Präsentation, ein Zeitzeugenbericht und ein Blog angelegt werden. Konzentriert arbeiteten daran die mitreisenden Schüler des TG, dessen Aufgaben vor allem im Medienbereich lagen.

Büroarbeit

 

Nach dem Mittagessen entschieden sich die Schüler die Gegend zu erforschen und gingen Wandern und das gute Wetter, die Sonne und die schöne Aussicht genießen, solange dies möglich war.

Teamstärkung

 

Da die Schüler der anderen Länder am nächsten Tag schon abreisen mussten, packten diese ihre Werkzeuge und Koffer schon einmal. Zum Abschluss schossen wir noch ein gemeinsames Foto, und ließen den Abend entspannt am Lagerfeuer und mit leckerem Abendessen ausklingen.

Gruppenbild aller Teams

 

 

Tag 5: Letzter Arbeitstag und Aufräumarbeiten

Der letzte Tag begann mit einem ziemlich einsamen Frühstück, da nur noch das deutsche Team Vorort war. Der Arbeitsplan gab nicht viel her, nur noch der Holzboden musste fertig verlegt werden, und ein paar Aufräumarbeiten mussten erledigt werden.

Holzboden verlegen

 

Mit der Hilfe der deutschen und rumänischen Schüler waren auch die letzten Arbeiten schnell erledigt. Auch Werkzeuge wurden aufgeräumt und bereit für die Heimreise verstaut.

Aufräumarbeiten

 

Nachmittags, reisten dann auch die Rumänen und übrig blieb nur noch das deutsche Team. Wir entschieden uns noch einen letzten Ausflug in die Karpaten zu unternehmen, und fuhren mit dem Auto, das uns zur Verfügung gestellt wurde nach Michelsberg, ein kleines Dorf im Kreis Hermannstadt. Dort steht eine siebenbürgische Kirchburg mit einem wunderschönen Ausblick auf Hermannstadt.

Michelsberg

 

Aussicht auf Hermannstadt

 

Wieder in Holzmengen angekommen setzte sich das ganze Team zusammen und spielte Kartenspiele und Puzzle und genoss den letzten gemeinsamen Abend.

 

Tag 6: Abreise

Die Koffer gepackt, trafen wir uns noch ein letztes Mal zum gemeinsamen Mittagessen bevor die Abfahrt auch schon anstand. Wir verabschiedeten uns alle von Maria, die die ganze Woche dafür sorgte, dass niemand mit leerem Magen auf die Baustelle gehen musste.

Hauswirtin Maria und das deutsche Team

 

Wir reisten früher aus Holzmengen ab, um noch ein bisschen Zeit in Schäßburg zu verbringen, von wo auch unser Nachtzug abfuhr. Kurz vor unserer Zielstadt machten wir noch einen Stopp bei einer ähnlichen, jedoch größeren Kirchburg, wie die in Holzmengen.

Kirchburg

 

Weiter in Schäßburg angekommen, besuchten wir die Bergschule, die 1522 erstmals urkundlich erwähnt wurde, und hatten eine Führung durch die Bergkirche. Dann hatten die Schüler eine Stunde Freizeit. Wir setzten uns auf eine Mauer und genossen eine Weile den Ausblick. Um 18.00 Uhr gab es Abendessen in einem Restaurant auf dem Burgplatz.

Aussicht über Schäßburg

 

Warten am Bahnhof Schäßburg

 

Nach dem Essen wurden wir zum Bahnhof gefahren, wo wir noch einen Moment warteten bis auch schon unser Schlafzug kam. Das Gepäck gut im Zugabteil verstaut, konnte die Heimreise starten. Geschafft von der anstrengende, aber jedoch witzigen Woche redeten die Schüler von den vergangenen Ereignissen und kurze Zeit später schliefen alle tief und fest.